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Ärztin für Innere Medizin, Gastroenterologie Sylke Jansen-Rosseck, Whv

Koloskopie

Liebe Patientin, lieber Patient!

Koloskopie
(ggf. mit Polypektomie/Mukosaresektion)

Spiegelung des Dickdarms
Abtragung von gestielten oder flachen Polypen

Die Spiegelung des Dickdarms ermöglicht dem Arzt, die Ursache Ihrer Beschwerden genauer festzustellen, krankhafte Veränderungen im Darm (z.B. Entzündungen wie Geschwüre oder Crohn'sche Erkrankung. Blutungsquellen, Polypen oder Tumoren) möglichst früh zu erkennen und ggf. vorhandene Polypen abtragen zu können. Vor der Untersuchung/Behandlung wird die Ärztin/der Arzt mit Ihnen über die Notwendigkeit und Durchführung der geplanten Maßnahmen sprechen. Sie müssen typische Risiken und Folgen sowie die alternativen Untersuchungs/Behandlungsmethoden kennen, damit Sie sich entscheiden und in den Ihnen vorgeschlagenen Eingriff einwilligen können. Dieses Aufklärungsblatt soll helfen, das Gespräch vorzubereiten und die wichtigsten Punkte zu dokumentieren.

Wie erfolgt die Spiegelung?

Zur Spiegelung wird ein biegsames optisches Instrument (das Endoskop) vom After aus in den Dickdarm bis zur Mündung des Dünndarms, in bestimmten Fällen bis in den unteren Dünndarmabschnitt vorgeschoben (siehe Abbildung oben). Durch Einblasen von Luft entfaltet sich der Darm, so dass krankhafte Veränderungen besser erkannt werden können. In seltenen Fällen ist es notwendig, die Lage des Endoskops mittels Röntgendurchleuchtung zu kontrollieren.

Falls erforderlich, lassen sich Gewebeproben mit einer kleinen Zange während der Spiegelung gewinnen

Werden so genannte Polypen entdeckt, so entfernt sie der Arzt nach Möglichkeit gleich.

Die Gewebeentnahme bzw. die Abtragung der Polypen ist schmerzfrei, dagegen kann die Spiegelung selbst unangenehm und schmerzhaft sein. Bei Bedarf erhalten Sie eine Beruhigungs und/oder eine Schmerzspritze.

Was sind Polypen und wie werden sie abgetragen ?

Polypen sind gestielte oder flache, in der Regel gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut. Sie könnten jedoch bösartig werden, weshalb sie frühzeitig entfernt und feingeweblich untersucht werden müssen.

Gestielte Polypen (bis zu einer gewissen Größe) lassen sich mit einer über das Endoskop eingeführten Schlinge einfangen und an der Basis elektrisch trennen. Die Abtragungsstelle ist dann verschorft. Flache Polypen werden vorher durch Einspritzung von Medikamenten in die umgebende Schleimhaut angehoben oder mit einem Zusatzinstrument über das Endoskop angesaugt Mukosaresektion;.

Manchmal werden vor der Polypenabtrennung Medikamente in die polypennahe Schleimhaut eingespritzt, um das Blutungsrisiko zu senken. In einigen Fällen können Polypen auch durch Hitzeanwendung mittels Laser) entfernt werden.

In der Regel kann der abgetrennte Polyp über das Endoskop geborgen und feingeweblich untersucht werden.

Fallweise muss der Eingriff wiederholt werden, z.B. wenn nicht alle Polypen in einer Behandlungssitzung entfernt werden konnten, oder wenn die feingewebliche Untersuchung dies erfordert. Große oder flächig gewachsene Polypen müssen evtl. in mehreren Teilen (scheibenweise) abgetragen werden. Manchmal jedoch ist eine endoskopische Entfernung nicht möglich, so dass eine operative Behandlung notwendig werden kann.

Gibt es Alternativmethoden?

Krankhafte Veränderungen des Dickdarms können auch durch Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel oder Computertomographie sichtbar gemacht werden. Diese Verfahren sind zwar weniger unangenehm, weisen jedoch eine Belastung mit Röntgenstrahlen auf und sind nicht so genau wie eine Spiegelung. Mit dem Endoskop aber kann der Arzt den Dickdarm unter direkter Sicht begutachten und gleichzeitig Gewebeproben für die feingewebliche Untersuchungen entnehmen.

Die einzige Alternative zur endoskopischen Polypenabtragung ist die chirurgische Entfernung mit Eröffnung des Bauchraums. Dieser Eingriff ist mit höheren Risiken und einer längeren Heilungs/Erholungsphase behaftet. Auf Wunsch klärt Sie Ihr Arzt über Alternativmethoden gerne auf.

Gibt es Risiken/Komplikationen?

Die Dickdarmspiegelung, ggf. mit Abtragung von Polypen, ist heutzutage ein risikoarmes Routineverfahren. Trotz größter Sorgfalt kann es in seltenen Fällen dennoch zu Komplikationen kommen, die in Ausnahmefällen auch im Verlauf lebensbedrohlich sein können. Das Risiko ist erhöht bei besonderen körperlichen Verhältnissen (z.B. nach Voroperationen). Zu nennen sind:

selten Verletzungen der Darmwand durch das Endoskop, die Zusatzinstrumente, das Einblasen von Luft oder im Rahmen der Polypenabtragung bzw. der Gewebeentnahme. Leichte Blutungen und Schmerzen können die Folgen sein, die meist von selbst zum Stillstand kommen bzw. abklingen. Sehr selten insbesondere nach Polypenabtragung kann es zu einem Darmdurchbruch Perforation

kommen, der u.U. lebensbedrohlich sein kann und in der Regel eine unverzügliche Operation mit ihren eigenen Risiken erforderlich macht. Durch den Austritt von Darmbakterien in den Bauchraum kann es zur Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen, die meist mit Antibiotika gut beherrschbar ist,

selten stärkere Blutungen durch das Abtragen von Polypen oder Entnahme von Gewebeproben. Sie können meist endoskopisch Medikamenteneinspritzung gestillt werden. Nur sehr selten muss eine Operation zur Blutstillung erfolgen. Auch sehr selten kann die Übertragung, von Blut/Blutbestandteilen notwendig sein. Durch das Fremdblut kann es sehr selten Infektionen wie z.B. mit Hepatitis-Viren (Folge: Leberentzündung) und/oder extrem selten mit HIV (Spätfolge: AIDS) kommen. Eine Eigenblutspende ist in aller Regel nicht notwendig;

sehr selten Keimverschleppung in die Blutbahn (Bakteriämie) bis hin zur Blutvergiftung (Sepsis) oder Herzinnenwandentzündung (Endokarditis), die einer intensivmedizinischen Behandlung erfordert,

selten allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) auf eingespritzte Medikamente, die sich z. B. als Brechreiz, Juckreiz oder Hautausschlag äußern Sie klingen meist von selbst wieder ab und bedürfen in der Regel keiner Behandlung;

selten beeinträchtigte Atemfunktion bis hin zum Atemstillstand, sehr selten Herzkreislaufstörungen, insbesondere bei der Gabe von Beruhigungs- und/oder Schmerzmitteln oder als schwere allergische Reaktion auf eingespritzte Medikamente. Sie erfordern eine intensivmedizinische Behandlung und können u.U. lebensbedrohlich sein. Infolge mangelnder Organdurchblutung kann es zu bleibenden Schäden (z.B. Nierenversagen, Hirnschädigung, Krampfanfällen) kommen. Die Überwachung während und auch nach dem Eingriff durch den Arzt und seine Assistenten reduziert diese Gefahr jedoch erheblich; ggf. notwendig werdende Behandlungsmaßnahmen können sofort eingeleitet werden;

sehr selten Komplikationen, wie z.B. Haut und Weichteilschäden (Spritzenabszess, Absterben von Gewebe, Nerven und Venenreizungen) infolge von Einspritzungen und/oder Verletzung durch Lagerung vor, während oder nach dem Eingriff. Sie verschwinden meist nach einiger Zeit von selbst bzw. sind gut behandelbar. Sie können jedoch in ungünstigen Fällen langandauernde oder sogar dauerhafte Beschwerden (Narben, Schmerzen Missempfindungen, Taubheitsgefühl) zur Folge haben.

Wie sind die Erfolgsaussichten.

Durch die Spiegelung und die feingewebliche Untersuchung der ggf. gewonnenen Gewebeproben, lassen sich krankhafte Veränderungen des Dickdarms mit hoher Sicherheit erkennen.

Die Polypenabtragung stellt in der Regel bereits die endgültige Behandlung dar. Die Bildung von weiteren Polypen lässt sich allerdings nicht ausschließen.

Abhängig vom Befund der Gewebeproben und/oder Polypen können Kontrolluntersuchungen, in seltenen Fällen auch eine Nachbehandlung oder Operation notwendig sein. Darüber werden wir Sie und/oder Ihren weiterbehandelnden Arzt informieren.

Worauf ist zu achten?

Vorbereitung vor der Spiegelung:

Um den Dickdarm genau beurteilen und ggf. vorhandene Polypen abtragen zu können, muss dieser gründlich gereinigt werden. Bitte befolgen Sie die Anweisungen hinsichtlich des Essens und Trinkens sowie zur Darmreinigung genauestens und meiden Sie körnerhaltige Nahrungsmittel (z.B. Vollkornbrot, Kiwis, Trauben) bereits einige Tage vor der Untersuchung/Behandlung. Durch die Abführmassnahmen kann die Wirksamkeit von eingenommenen Medikamenten aufgehoben oder eingeschränkt sein. Dies gilt auch für die "Pille" zur Empfängnisverhütung.

Regelmäßig benötigte Medikamente sollten nur in Absprache mit dem Arzt (z.B. Dosisanpassung des Insulins bei Diabetikern) verwendet werden. Falls nicht anderes angeordnet, sollten Medikamente, wie z.B. Aspirin mindestens 3 Tage vor der Untersuchung/ Behandlung abgesetzt werden. Falls Sie andere blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar ) einnehmen, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt mit.

Nach der Spiegelung:

Im Darm verbliebene Luft kann schmerzhafte Blähungen verursachen. Durch reichliche Bewegung kann der Abgang der Luft unterstützt werden.

Falls vom Arzt nicht anders angeordnet, dürfen Sie nach der Spiegelung wie gewohnt wieder essen und trinken. Hinsichtlich anderer Verhaltensregeln, z.B. nach der Abtragung von Polypen und/oder (Wieder) Einnahme von Medikamenten, insbesondere blutgerinnungshemmenden Mitteln, halten Sie sich unbedingt an die Empfehlungen des behandelnden Arztes.

Nach einer Beruhigungs- und/oder Schmerzspritze dürfen Sie 24 Stunden lang, nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, keine wichtigen Entscheidungen treffen und nicht an gefährlichen Maschinen arbeiten.

Bei ambulanter Spiegelung lassen Sie sich bitte abholen und fragen Sie Ihren Arzt, ob zu Hause für eine bestimmte Zeit eine Aufsichtsperson erforderlich ist.

Treten Bauchschmerzen oder andere Befindlichkeitsstörungen (z.B. Schwindel, Übelkeit) auf oder tritt Blut aus dem After aus, informieren Sie bitte unverzüglich Ihren behandelnden Arzt, die Notaufnahme der Klinik oder auch Ihren Hausarzt.

Fragen zum Aufklärungsgespräch?

Im Aufklärungsgespräch sollten Sie nach allem fragen, was Ihnen wichtig oder noch unklar erscheint. Hier haben Sie die Möglichkeit Ihre Fragen zu notieren, damit Sie diese während des Gespräches nicht vergessen:

Wichtige Fragen,

die Sie sorgfältig beantworten sollten, um Gefahrenquellen rechtzeitig erkennen und in Ihrem Fall spezielle Risiken besser abschätzen zu können.

1. Besteht eine Bluterkrankung oder eine erhöhte Blutungsneigung 
   (z.B. häufiges Nasenbluten, Neigung zu Blutergüssen oder blauen
   Flecken)? 

2. Nehmen Sie Medikamente zur Blutverdünnung ein

   (z.B. Marcumar, Aspirin, Heparin)?

3.) Besteht eine Allergie/Überempfindlichkeitsreaktion ?

   z.B. Asthma, Heuschnupfen; gegen Medikamente, Pflaster, Latex,
   Nahrungsmittel, örtliche Betäubungsmittel

4.) Besteht eine Herz-, Kreislauf- oder Lungenerkrankung ?

   (z.B. Herzklappenerkrankung oder Bronchialasthma)

5.) Tragen Sie einen Herzschrittmacher/Defibrillator oder ein
   Metallimplantat ?
   (z.B. Gelenkendoprothese )

6.) Besteht eine akute/chronische Infektionskrankheit ?
   (z.B. Hepatitis, Hiv/Aids), oder ein anderes schwerwiegendes
   chronisches Leiden

7.) Sind Störungen des Stoffwechsels bekannt ?

   (z.B. Diabetes, Über-/Unterfunktion der Schilddrüse)

8.) Wurden Sie schon einmal am Magen-Darm-Trakt operiert ?

9.) Wurde Sie in den letzten Monaten am Verdauungstrakt geröntgt ?

10.) Frauen im gebärfähigen Alter – könnten Sie schwanger sein ?

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